DIE SÄNGERIN UND PRODUZENTIN IM GESPRÄCH
Caroline Hervé, besser bekannt als Miss Kittin, ist eine gefragte Djane, Sängerin und Produzentin im Bereich der elektronischen Tanzmusik. Seit mehr als 15 Jahren ist sie im Geschäft und auf der ganzen Welt unterwegs, ohne dabei wie andere je am Ruhm verkommen zu sein. Zusammen mit The Hacker hat das Duo mehr oder weniger alleine eine Musikrichtung geschaffen, den Electroclash. Diesen Monat tritt Miss Kittin an der Ammonit-Night in der Grossen Halle auf. Vorher hat sich die sympathische Französin Zeit genommen und unsere Fragen mit viel Charme beantwortet.
Hallo Caroline, ich stelle mir vor, du bist immer unter Leuten, wie sahen deine letzten Tage aus?
Danke der Nachfrage, meine letzten Tage genoss ich geborgen zu Hause. Ich erledigte Papierkram, machte ein paar Waschgänge und versuchte auf dem neuesten Stand bezüglich Musik zu sein. Ziemlich gemütlich also.
Wie sieht es mit deinem momentanen Projekt aus? War es ein gutes Jahr für dich und deine Musik bisher?
Mein nächstes Album steht schon eine Weile bereit, wir planen mittlerweile die Veröffentlichung. Das gibt viel Arbeit. Ausserdem arbeite ich gerade an Klavierversionen für meine Songs, das ist wunderbar! In einem guten Jahr finde ich den perfekten Ausgleich zwischen guten Auftritten, Erholungsphasen zu Hause in Paris, Zeit zum Komponieren und Freizeit damit neue Ideen entstehen können. Es ist ein schmaler Grat.
Im Januar hast du „All you Need" auf „Mobilee" veröffentlicht. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit mit Anja? Und wieso auf dem Label „Mobilee" und nicht auf „Nobody's Bizzness"? (Red: „Nobody's Bizzness" ist Miss Kittins eigenes Label)
Ich habe dieses Stück komplett allein geschrieben und spielte es Freunden vor. Sie meinten, ich sollte es unbedingt veröffentlichen. Da ich Herausforderungen mag, wollte ich es nicht auf meinem Label veröffentlichen. Ich dachte an Anja weil ich ihre Geschichte und musikalische Richtung sehr respektiere. Ich war gespannt ob Anja den Song mag und sehr stolz als dies der Fall war. Es gab mir viel Selbstvertrauen weiter selber Musik zu schreiben, insbesondere Club Tracks.
Du bist seit Jahren im Geschäft, ein Star der Szene. DJane, Produzentin und Künstlerin. Was treibt dich immer wieder an?
Ich kaufe und höre sehr viel Musik. Das ist immer eine sehr grosse Motivation für die nächsten Auftritte. Ich arbeite zu Hause mit meiner Musikauswahl um mich wohl zu fühlen. Vor dem jeweiligen Auftritt arbeite ich auch noch im Hotel Zimmer. Ich mag es überhaupt nicht bei jedem Gig dasselbe zu spielen. Das langweilt mich sehr. Sozusagen ist mein ersehntes Gefühl nie gelangweilt zu sein, und dies braucht viel Energie und Disziplin.
Was tust du wenn du dich uninspiriert fühlst?
Ich fühle mich sehr selten uninspiriert. Ich schaffe es immer mein Leben inspirierend zu machen. Ich sage nicht, dass es einfach ist, aber es ist eine Art mit sich selbst im Kopf zu ringen. Zum Beispiel mit meinem Hund in den Strassen von Paris herumzuziehen, Freunde treffen, reden. Manchmal fühle ich mich unkreativ in einem Klub, wenn eine Party nicht so toll ist und ich noch drei Stunden auflegen muss. Dann motiviere ich mich selbst mit meinen Lieblingstracks.
Du hast in Bern schon in der Via Felsenau und am Gurtenfestival aufgelegt. Jedoch nie zuvor in der Reithalle. Weisst du etwas über die Geschichte dieses sehr wichtigen alternativen Kulturzentrum von Bern und dessen Kampf gegen die Schliessung?
Ich habe in Genf für fünf Jahre gelebt, zwischen 1996 und 2001. Wir hatten auch einige besetzte Häuser, wo ich immer wieder Hand anlegte. Ich lernte sehr viel in dieser Zeit. In der Schweiz hat man sehr viele Dinge vernetzt, so hilft auch die Regierung. Auch wenn in den letzten Jahren die Politik ein bisschen angezogen wurde und viele Plätze schliessen mussten. Trotzdem denke ich, dass Schweizer Künstler sehr verwöhnt sind.
Was erwartest du von deinem Auftritt in der grossen Halle?
Überrascht zu werden!






