Teheran / Iran / Filme
Asghar Farhadi zeigt uns die iranische Kultur ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. In seinen Werken stellt er sehr treffend die Gegensätze des Irans entgegen. Dies führt zu Kontroversen, so darf er das Land aufgrund einer Verurteilung nicht verlassen, obwohl er von den Filmfestspielen Berlin als Jury ausgewählt wurde. Schade. Auch die Hauptdarstellerin Simin würde das Land gerne mit ihrer Tochter Temeh verlassen um ihr eine bessere Zukunft geben zu können. Ihr Ehemann Nader verweigert jedoch mit ihr zusammen das Land zu verlassen, da sein Vater an Alzheimer leidet und er ihn nicht im Stich lassen möchte. Simin verzweifelt und entscheidet sich die Scheidung einzureichen. Unglücklicherweise sind das nicht ausschlaggebende Gründe für den Richter und so wird der Scheidungsantrag abgelehnt. Simin kümmert sich mühselig um den Grossvater bis es ihr zu viel wird. Die junge Frau ist überfordert mit dem Leben im Iran, dem leidenden Grossvater und ihrem Kind, für das sie ja nur das Beste will. Simin zieht sich zu ihrer Familie zurück, während Temeh bei ihrem Vater bleibt. Razieh eine sehr religiöse Frau aus einem armen Vorort von Teheran wird von Temeh angestellt um den Vater zu pflegen, welcher immer stärker betroffen ist von der Krankheit. Die Konflikte eskalieren und es kommt zu heftigen Streitereien. Ein ernster Film mit viel Tiefgang, welcher die Probleme der iranischen Kultur aufzeigt. Konflikte zwischen Arm und Reich, Frau und Mann, Staat und Familie, Richtig und Falsch, Recht und Unrecht werden subtil und mit starker Alltagsbezogenheit widergespiegelt.






