picture by: world wide web

backstage mit pandulum

Die Drum'n'Bass-Combo Pendulum aus Australien gibt sich in unserem Bewegungsmelder-Backstage-Bereich die Ehre. Dieses Jahr die neue Platte 'Immersion' veröffentlicht und das nächste Konzert in der Schweiz ist in nahe Zukunft gerückt. Zeit für ein Interview. Pendulum über die Schweiz, ihre neusten Rock-Exkurse und Schafgeblöke.

Es ist nicht das erste Mal, dass ihr in der Schweiz auftretet. Wie läuft's diesmal so bisher?
Gareth: Es läuft gut. Haben bisher zwei Mal hier gespielt, aber sehr oft in Clubs aufgelegt. Zum Beispiel in Zürich, Genf oder Bern.

Schwierig sich an einzelne Konzerte zu erinnern, hm?
Gareth: Yeah, vor allem wenn man trinkt.
Rob: ...ich erinnere mich meist an gar nichts. Ich weiss nicht einmal wo ich jetzt gerade bin.

Ihr reist ja viel und ständig. Wie kann man sich dabei merken, in welchen Ländern man schon war? Hier ein kleiner Test. Wart ihr schon in a) Belgien? b) Polen? c) Luxemburg?
Beide: a) Ja, b) Ja, c) Ja, da waren wir gerade.

Geht ja. Übrigens, anscheinend denken manche hier, wir wären ein langweiliges Publikum.
Gareth: Nein! Bestimmt nicht! Das haben wir noch praktisch nie erlebt, bisher immer ein sehr geiles Publikum hier. Aber es stimmt schon, die grössten und besten Konzerte hatten wir bisher in den UK. Kommt vielleicht auch, weil wir dort schon so lange wohnen. Wären wir Schweizer, wäre es vielleicht anders.

Ihr seit beide ursprünglich aus Australien. Wieso seit ihr zu Beginn eurer Karriere in die UK umgezogen?
Gareth: Wir bekamen die Möglichkeit in eine Wohnung zu ziehen, ohne Miete bezahlen zu müssen, während den ersten sechs Monaten. Wir nutzten die Chance. Auch weil in Australien in der D'n'B-Szene damals nicht so viel los war.
Rob: 'Vault' war unser aller erster Track, ein unglaublich immenser Erfolg. Es wäre sehr, sehr stupide von uns gewesen, wenn wir in Down Under geblieben wären.
Gareth: Ja, und die D'n'B-Szene ist gross und der Sound mächtig populär.
Rob: ...und auch sonst ein guter Ort, um Musik zu machen. Die Radiostationen zum Beispiel unterstützen neue und junge Musiker sehr. Und auch sonst ist das Ganze sehr nahe zum Rest von Europa.

Schweiz ist ein sehr kleines Land mit Bergen, Australien hingegen sehr gross, mit Meer. Meer oder Berge?
Gareth: Es kommt drauf an, wo die Berge sind.
Rob: Sieht man von den Bergen aus das Meer?

Nein. Ok, anders formuliert: Berge, von denen man das Meer nicht sieht, oder das Meer, von wo aus man die Berge nicht sieht?
Beide: Hmmm... (langes herum studieren)
Gareth: Ehm, ich würde mal sagen... das Meer. Dieser Meeresduft, mag ich einfach.

Ok. Andere Frage. Die Schweiz ist mitten in Europa, doch wir sind trotzdem nicht Teil der EU. Australien ist 'in the middle of – sorry guys – nowhere'. Sehr ihr irgendwelche Ähnlichkeiten zwischen diesen zwei?
Gareth: Schwierig. Ich weiss nicht, ob es Ähnlichkeiten gibt. Auf jeden Fall kann man hier in der Schweiz nicht mit dem Euro bezahlen. Was mich ziemlich nervt. Man muss diese 'Fränks' benutzen. Heissen so, oder? 'Fränks'?
Rob: Aber sonst, tolle Uhren, tolle Schokolade, tolles Bier, tolles Essen und...

Tolle Frauen? Ihr habt aber ja gar keine Zeit für Frauen, oder?
Gareth: Ja, es stimmt! Wir haben wirklich fast keine Zeit! Momentan bin ich in einer Beziehung und, um ehrlich zu sein, es ist sehr schwierig diese aufrecht zu erhalten. Sie ist meistens nicht so glücklich, wenn ich nicht zu Hause bin. Nicht unbedingt eifersüchtig, aber genervt.

Kritiker sagen, eure neusten Songs besässen viel klarere Songstrukturen, konkret, würdet ihr immer mehr auf die Schiene Rock springen. Was plant ihr wirklich? Geht ihr tatsächlich immer mehr Richtung Rock?
Gareth: Das nächste Album wird wahrscheinlich sehr heavy und komplett vom D'n'B weg kommen. Und einfach heavier und noch schneller. Schneller, Heavy, weniger D'n'B.

Im Ernst jetzt. Noch schneller? Noch heavier?
Rob: Wir werden einfach aggressivere Leute sein. Sehr sehr, wütende Personen.
Gareth: ...und das ist gar nicht gut.
Rob: Vielleicht werden wir auch einfach älter werden und depressiv.

Verstehe. Aber nun wirklich, eure Musik hat krass viel Power. Seit ihr selber im Alltag gleich energiegeladen?
Rob: Ich sehe es so: Unsere Musik ist der Outlet, wir bauen so unsere Energie ab. Sonst sind wir sehr, sehr ruhig. Ruhig wie ein Serienmörder.

Pendulum sounds like Pendulum. Ihr habt einen ganz eigenen Stil. Man erkennt in sehr schnell. Wie kommt das?
Gareth: Wir probieren immer wieder verschiedene Stile aus. Unsere Art und Weise unseren Sound zu entwickeln ist sehr klar definiert, ein sehr eigener Arbeitsweise. Eigentlich schwierig zu sagen. Anfangs war der Gedanke 'wir wollen ein Album machen, dass man noch nie gehört hat und nicht existierte und haben es dann einfach gemacht. Vor allem werden die Sachen einfach so lange eingespielt, bis sie so klingen, wie sie sollten.

In Bern gibt es so einen Kulturort, die Reitschule. Es gibt Konzerte und...
Gareth: Ja, kennen wir. Da in der Reitschule haben wir schon mehrmals gespielt. Gute Erinnerungen.

Ah, nice. Doch Politiker versuchen nun diesen Ort zu schliessen und...
Gareth: NEIN!! Go fuck themselves!

Doch. Darum haben wir für unser Mag auch so ein provokatives Cover gewählt. Das Motto: 'Ohne Reitschule bist du nackt!' Ohne was fühlt ihr euch nackt?
Gareth: Ich denke, wahrscheinlich ohne unseren Fans und Supporters wären wir aufgeschmissen. Sie reisen überall mit und machen Party. Ja ja, ich weiss, es klingt ziemlich cheasy, aber so ist's nun mal.

Auf meiner Hinreise für das Interview hier, trank ich gerade ein Fosters. Nicht gerade das absolute Lieblingsbier der Australier oder? Was trinkt ihr so am liebsten?
Gareth: Hmm, italienisches oder mexikanisches Bier.

Ok. anderes Thema. Vielleicht habe ich ja was verpasst, aber wieso ist eure Webseite so spacy? Man kommt sich wie in einem Raumschiff vor.
Rob: Es hat schon auch mit unserem Album zu tun. Unsere Musik ist futuristisch, wir haben futuristische Gedanken und futuristische Technologien... (schweift total ab).

Also, ihr dürft jetzt noch irgendwas sagen. Total zufällig.
Beide: (Schafgeräusch!!)

Wir sind kein Radio, wie soll ich das schreiben?
Gareth: B ä ä ä h! :-)
[text by: Pablo Sulzer / september 2010]

do 30.09. ab 20h x-tra zürich

http://www.pendulum.com
http://www.x-tra.ch