Elisabethenstrasse 16
4051 Basel
Als Händel 1734 seinen «Ariodante» komponierte, konnte er davon ausgehen, dass die Geschichte, inspiriert von einer Episode aus Ariosts «Orlando furioso», bekannt war. Es gab das unschuldige Liebespaar, den intriganten Rivalen, die hoffnungslos Verliebte, die unwissentlich zur Mittäterin wird, den alten König, der sich trotz persönlicher Verstrickung als Staatsmann beweisen muss, und die loyalen Weggefährten. Auch dessen, dass die Geschichte, die ihre Protagonisten durch alle erdenklichen Gefühlshöllen schickt, schliesslich glücklich enden würde, konnte sich das damalige Publikum sicher sein. Denn das «Happy End» war im dramma per musica unumstösslicher Standard. Für Spannung sorgte weniger der Fortgang der Handlung als die krass aufeinanderprallenden Gefühlszustände oder die Art und Weise, wie die von Liebe oder Ehrgeiz getriebenen Figuren ihre extremen Emotionen wieder unter Kontrolle bekamen. Galten doch in der galanten Zeit des 18. Jahrhunderts Selbstbeherrschung und Gleichmut als höchstes Ideal in Liebesdingen – eine Vorstellung, die uns im heutigen «Coolness»-Zeitalter erstaunlich vertraut ist. Wie viel differenzierter, brüchiger und widersprüchlicher Händels Figuren tatsächlich empfinden, erzählt seine grandiose Musik. Der erfolgreiche Schauspielregisseur Stefan Pucher inszeniert in Basel seine erste Oper, die Musikalische Leitung hat der Spezialist für Alte Musik Andrea Marcon.
Klybeckstrasse 1b
4057 Basel
Cathrin Störmer und Andreas Storm beschäftigen sich mit «schlechter Kunst»: Bizarre Ratgeber, grässliche Musik, menschenfeindliche Weltanschauungen, frauenfeindliche Esoterik, misslungene Grosskunst. An diesem Abend geben Sie einen erweiterten Überblick über schlechte Filme: Kunstfilme, Propagandafilme, Problemfilme, verrutschte Performances und noch unbekannte Perlen. Mit besonderem Augenmerk auf den Musikfilm.
Elisabethenstrasse 16
4051 Basel
«Különösek érzem!!!», entfährt es dem ungarischen Sprachgelehrten Prof. Zoltan Karpathy, der soeben von der Jahreskonferenz für südenglische Akzente zurückgekehrt ist und vor der Eingangstür seines Sprachlabors einen riesigen Strauss Hortensien vorfindet. Wer hat diese herrliche Überraschung für ihn hinterlegt? Karpathy berauscht sich am Duft der Blüten, und für einen kurzen Moment träumt er vom sogenannten «unverhofften» Glück. Doch alle Sinnesfreude währt nur kurz, denn schon ertasten seine Hände inmitten der Pflanzenpracht einen kleinen, mit blutroter Schrift bekritzelten Zettel. Entgeistert nimmt der Professor folgende Nachricht zur Kenntnis: «Herr Karpathy! Lösen Sie bis Mitternacht folgendes Rätsel oder ich kann für nichts mehr garantieren. Was ist das: Erst ist es reine Luft, dann summende Gestalt, dann Schmerz und dann Erinnerung. Hinterlegen Sie Ihre Antwort pünktlich unter dem Sattel der Stute «Bystander» auf der hiesigen Pferderennbahn. Es droht Ihnen von Herzen, Ihre F. D.» Bestürzt lässt Karpathy den kleinen Zettel fallen. Er zittert. Und schlagartig wird ihm bewusst, dass seine Tarnung aufgeflogen ist ... Wird es Karpathy (oder wie immer sein tatsächlicher Name lauten mag) gelingen, das eigenartige Rätsel zu lösen? Und wer oder was ist F.D.? Christoph Marthaler und Anna Viebrock, die viele Jahre nach ihrem «Faust - eine subjektive Tragödie» erstmals wieder ein Projekt für die Kleine Bühne erfinden, flüstern dem verzweifelten Professor einen entscheidenden Hinweis ins Ohr: If you don‘t know what to say / just smile / and slip away.
Münchensteinerstrasse 81
4052 Basel
Diagrams, Live (UK) Line Up: Diagrams, Live (UK), Afterparty mit Indienet Dj, DJ Pop B. Sessen, Mehmet Aslan & Diskomurder (Hinterhof) Musikstile: Indie, Pop, Rock, Afterparty: Indie, Electronica, House Hinterhof Bar ab 20.00 Uhr
Feldbergstr. 48
4057 Basel
17.5.12 / 20:00 GEOFF MULLEN (US) ELECTRO ACOUSTIC, IMPROVISATION, AMBIENT PLATTFON STAMPA FELDBERGSTRASSE 48
Kohlenberg 20
4051 Basel
Vier fabulös gute Musiker machen sich auf eine spannende, melodiös und rhythmisch prägnante Reise, die immer wieder für überraschende Glanzpunkte und frische Betrachtungsweisen sorgt. Ihr gemeinsames Werk, mit Eleganz, Grandezza, Können und auch in ruhigen Passagen meist machtvoll pulsierender Energie vorgetragen, überzeugt durch makellose Schönheit. www.jonasburgwinkel.com
Elisabethenstrasse 16
4051 Basel
5.4.2012 LEONTI LEONTI machen Pop, aber keinen Baukasten vorgefertigten. Sie lieben rockenden, psychedelischen Indie-Pop mit doppelten Böden. Songs, die immer von der Stimme dominiert werden, verführerisch melodiös und filmisch, gleichzeitig aber auch zupackend und kantig. 7.4.2012 Gretel & Deljokers Gretel kommen im klassischen Rocklineup daher, um unverzüglich Unordnung in die Stilschubladen zu bringen. Erst staunen, dann tanzen! Deljokers spielen gerne extravagante Songs mit Rock-, Grunge- und Punk-Elementen, die unverblümt ins Ohr gehen. 12.4.2012 Bliss Grunge/New Wave aus Nussbaumen Aargau. Bliss steht für: die Notwendigkeit der aufrechten und gemeinsamen Lüge, die Angst vor der neuen Welt, die Erinnerung an die verlorene Jugend und den Wunsch, dies miteinander für einen intensiven Moment zu vergessen und mit rosarotem Champagner darauf anzustossen. 19.4.2012 Kapelle Scheuchenpflug Vier Freiburger Musiker spielen ihre Lieblingssongs und erfanden dabei den B-Side Rock: Songs, die selten auf der A-Seite von Singles zu finden sind, sondern Raritäten von Lou Reed, Kate Bush, Thin Lizzy, Warren Haynes, Patent Ochsner, Fehlfarben, Jeffrey Lee Pierce, AC DC, Stoppok, u.v.a. 21.4.2012 Custard Pie Diese neun unehelichen Kinder von Parliament Funkadelic, den Mothers of Invention und Led Zeppelin spielen und feiern auf der Bühne mit einem einzigen Ziel: Das Publikum mit dem Tanzfieber anzustecken. So people, tear the roof off and be ready to get funkifized! www.custardpie.fr 26.4.2012 Bored & Beautiful Mit diversen Auftritten in der Schweiz und einer Japan-Tournee festigten Bored&Beautiful ihren Ruf als exzellente, schweisstreibende Live-Rockband. Seit Januar 2012 arbeitet die Band im eigenen Studio am neuen Album «Another Day». www.boredandbeautiful.com
Binningerstrasse 14
4051 Basel
immer verschiedene nationale Künstler
Klybeckstrasse 1b
4057 Basel
Wer an zeitgenössischen Soul aus England denkt, dem kommen Namen wie Amy Winehouse und Joss Stone in den Sinn. Doch im Schatten der zwei Sängerinnen hat sich Alice Russell zu einer der eindrücklichsten Stimmen der Insel gemausert. Auf ihrem neusten Album, das sie zusammen mit Mastermind Will Holland (aka Quantic) aufgenommen hat, führt die Reise zurück in die 70er Jahre, wo in Miami und New York eine explosive Mischung aus Soul, Funk und Latin Swing zelebriert wurde. Unterstützt werden sie von Quantic’s Hausband Combo Bárbaro, die das Duo auch auf ihrer Tournee begleitet.
Schwarzwaldallee 200
4058 Basel
Ein inszeniertes Konzert von Beat Gysin für Vokal- und Instrumentalensemble, Tonband, Live- Elektronik und Kopfhörer. «Feigels Mosaik» ist eine szenisch-musikalische Umsetzung von acht ausgewählten Gedichten aus dem Gedichtband «Hinter einer Glaswand» von Suzanne Feigel. Parallel zur Live-Musik erklingt eine zweite Musik in Kopfhörern, die die Besucher tragen. Beide Musiken sind klanglich aufeinander abgestimmt, zu hören ist ein kaleidoskopartiges Klang- Ganzes mit einer komplexen akustischen Räumlichkeit. Akustisches Hören wird neben dem musikalischen zu einem eigenen Erlebnis. Durch fahrbare, leicht leuchtende Wände werden acht Licht-Räume erzeugt, in welchen sich die Interpreten bewegen. Das szenisch-musikalische Geschehen findet über den Bühnenrand hinaus zunehmend im ganzen Aufführungsraum statt. Die Interpreten kommen näher und die Zuhörer finden sich schliesslich mitten im musikalischen Geschehen wieder.Ein inszeniertes Konzert von Beat Gysin für Vokal- und Instrumentalensemble, Tonband, Live- Elektronik und Kopfhörer. «Feigels Mosaik» ist eine szenisch-musikalische Umsetzung von acht ausgewählten Gedichten aus dem Gedichtband «Hinter einer Glaswand» von Suzanne Feigel. Parallel zur Live-Musik erklingt eine zweite Musik in Kopfhörern, die die Besucher tragen. Beide Musiken sind klanglich aufeinander abgestimmt, zu hören ist ein kaleidoskopartiges Klang- Ganzes mit einer komplexen akustischen Räumlichkeit. Akustisches Hören wird neben dem musikalischen zu einem eigenen Erlebnis. Durch fahrbare, leicht leuchtende Wände werden acht Licht-Räume erzeugt, in welchen sich die Interpreten bewegen. Das szenisch-musikalische Geschehen findet über den Bühnenrand hinaus zunehmend im ganzen Aufführungsraum statt. Die Interpreten kommen näher und die Zuhörer finden sich schliesslich mitten im musikalischen Geschehen wieder.
Elisabethenstrasse 16
4051 Basel
Carmen: Kaum eine Frauengestalt hat seit ihrer literarischen Erfindung 1845 durch Prosper Mérimée so sehr Männer- wie Frauenphantasien genährt. Carmen wurde zum Inbegriff der gefährlich-verführerischen, selbstbewussten Frau, die sich von der Männerwelt keine Schranken setzen lässt und damit alle Normen einer bürgerlich-patriarchalischen Gesellschaft sprengt. Carmen, die einfache Arbeiterin, die Aussenseiterin, zieht die Männer in ihren Bann. Doch sie liebt und lebt so, wie sie es will – und bezahlt dafür mit dem Leben. Auch der Offizier Don José ist von Carmen besessen. Das Versprechen einer Liebesnacht (miss)versteht er als Versprechen einer ausschliesslichen Liebe und Folgsamkeit – mit fatalen Folgen. Notgedrungen folgt José Carmen in ein Leben im Schmugglermilieu, das die offiziellen Gesetze nicht kennt. Josés frühere Verlobte Micaëla versucht vergebens, ihn wieder zurück zu ihr und damit zurück in die gesellschaftlichen Bahnen zu holen. Doch Carmen wendet sich dem Torero Escamillo zu. Calixto Bieitos Inszenierung der Oper führt uns in ein von rohem Machismo geprägtes Andalusien kurz nach dem Ende der Franco-Diktatur. Hier treten die Protagonisten zum Kampf der Geschlechter an. Die Inszenierung vom Peralada Festival 1999 war die erste Operninszenierung des Regisseurs. Seit ihrer Premiere wurde sie an zahlreichen Opernhäusern auf der ganzen Welt mit grossem Erfolg aufgeführt. Mit einer neuen Besetzung wird der katalanische Regisseur nun die Produktion in Basel einstudieren. Unter anderem wird Tanja Ariane Baumgartner ihr Debüt als Carmen geben. Gabriel Feltz hat die musikalische Leitung.
Elisabethenstrasse 16
4051 Basel
Aber: Kopf hoch! oder: Amüsiert euch! – um mit dem Autor Thornton Wilder zu sprechen. Lieber Eiscreme als Frust. Das Leben geht immer weiter! «Wir sind noch einmal davongekommen»! Wir, das sind konkret Mr. und Mrs. Antrobus mit ihren Kindern Gladys und Henry und dem Dienstmädchen Sabina. Eigentlich eine ganz moderne Familie, wenn man sich nicht einen Dinosaurier und ein Mammut als Haustiere hielte und Alphabet und Rad noch nicht erfunden wären. Und obendrein noch die Eiszeit über sie hereinbräche. Aber sie können sich retten und schaffen es sogar, die erste Präsidentenfamilie zu werden – wenn sie nicht sofort die Sintflut bedrohte. Und selbst heute könnten sie noch glücklich weiterleben, wenn sie sich nicht im modernen Medienzeitalter befinden müssten. Gleich mehrere Jahrtausende Menschheitsgeschichte erzählt Wilder an einem Abend. Mit immer nur einer Chance: hoffentlich noch einmal davonkommen! Amélie Niermeyer erzählt mit Thornton Wilder eine wunderbar komische Parabel über unser katastrophales Dasein. Und sie setzt an den Schluss ihrer Inszenierung einen ganz aktuellen Text der Dramatikerin Kathrin Röggla. Niermeyer inszeniert zum ersten Mal am Theater Basel.
Güterstrasse 10
4133 Pratteln
Als Manfred Sepse Lubowitz hätte er womöglich keine Musikgeschichte geschrieben. Jedoch unter Manfred Mann, wie sich der 1940 in Südafrika geborene Künstler selbst nennt, hat er sehr wohl seine Einträge ins Buch der Popmusikgeschichte vorgenommen. Viele seiner Hits von "Pretty Flamingo" über "Ha! Ha! Said The Clown", "Mighty Quinn", "My Name Is Jack", "Raggamuffin Man" bis "For you", "Blinded By The Light" oder "Davy´s On The Road Again" besitzen Klassiker-Status. Keine Frage: Manfred Mann hat ein gutes Händchen für zeitlose Songs. Manfred Mann hat 1971 seine legendäre Earth Band gegründet, mit der er in den 70er-und 80er Jahren Stammgast in den Charts war und europaweit in ausverkauften Hallen gespielt hat. Berühmt wurde die Earth Band damals schon durch Ihre sensationellen Live - Shows. Stilistisch ist die Musik der Band im Jazz, Soul und Rhythm and Blues verwurzelt, die vor allem in Großbritannien zahlreiche Erfolge brachte. Bekannt war die Band darüber hinaus auch für ihre Cover-Versionen von Bob-Dylans "If You Got To Go, Go Now", "Just Like A Woman" und "Mighty Quinn" und wurde von Bob Dylan selbst als eine der besten Interpreten seiner Titel bezeichnet. Auch 2012 werden Manfred Mann’s Earth Band wieder beweisen, dass sie immer noch eine der besten Live-Acts Europas sind!
Elisabethenstrasse 16
4051 Basel
«Különösek érzem!!!», entfährt es dem ungarischen Sprachgelehrten Prof. Zoltan Karpathy, der soeben von der Jahreskonferenz für südenglische Akzente zurückgekehrt ist und vor der Eingangstür seines Sprachlabors einen riesigen Strauss Hortensien vorfindet. Wer hat diese herrliche Überraschung für ihn hinterlegt? Karpathy berauscht sich am Duft der Blüten, und für einen kurzen Moment träumt er vom sogenannten «unverhofften» Glück. Doch alle Sinnesfreude währt nur kurz, denn schon ertasten seine Hände inmitten der Pflanzenpracht einen kleinen, mit blutroter Schrift bekritzelten Zettel. Entgeistert nimmt der Professor folgende Nachricht zur Kenntnis: «Herr Karpathy! Lösen Sie bis Mitternacht folgendes Rätsel oder ich kann für nichts mehr garantieren. Was ist das: Erst ist es reine Luft, dann summende Gestalt, dann Schmerz und dann Erinnerung. Hinterlegen Sie Ihre Antwort pünktlich unter dem Sattel der Stute «Bystander» auf der hiesigen Pferderennbahn. Es droht Ihnen von Herzen, Ihre F. D.» Bestürzt lässt Karpathy den kleinen Zettel fallen. Er zittert. Und schlagartig wird ihm bewusst, dass seine Tarnung aufgeflogen ist ... Wird es Karpathy (oder wie immer sein tatsächlicher Name lauten mag) gelingen, das eigenartige Rätsel zu lösen? Und wer oder was ist F.D.? Christoph Marthaler und Anna Viebrock, die viele Jahre nach ihrem «Faust - eine subjektive Tragödie» erstmals wieder ein Projekt für die Kleine Bühne erfinden, flüstern dem verzweifelten Professor einen entscheidenden Hinweis ins Ohr: If you don‘t know what to say / just smile / and slip away.
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Print-Ausgabe #159 - MAI 2012